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Nordseeurlaub 2011 Tag 3 - Rückfahrt mit Hindernissen

Details

2011-08-24 10-29-08-img_0283Mittlerweile war Ebbe und das bedeutete unser Boot lag mal eben über 3 Meter tiefer im Wasser. Nun führte eine Holzleiter steil in den Kutter hinein und bei diesem Anblick sahen mein Mann und ich uns an und dachten, wie sollen wir da mit Balu runter kommen??? Von den anderen hatte da bisher anscheinend keiner darüber nachgedacht, die hatten ja auch keinen fast 25 kg schweren Hund dabei...

Wir waren so geschockt, dass wir leider nicht daran gedacht haben, davon ein Bild zu machen. Aber Ihr könnt mir glauben, das war Wahnsinn! Unser Wuff hätte unter keinen Umständen diese Leiter selbst herap steigen können, viel zu steil, die Stufen zu kurz und zu glatt. Mit dem Tragen sah auch erst mal nicht zu schafen aus, denn wie sollte man sich, mit Balu auf dem Arm irgendwo festhalten? Auf die doofen Kommentare unserer Mitfahrer hätten wir verzichten können und auch der Kapitän hatte keine brauchbaren Ideen. Das einzige, was ihm einfiel, war Balu im Fischernetz abzuseilen. An und für sich vielleicht keine schlechte Idee, schließlich macht man so etwas ähnliches auch mit Rettungshunden, allerdings haben die das auch gelernt und Übung darin. Ich hab´mir Balu darin vorgestellt, wie er voller Panik, den Boden unter den Pfoten verlierend, sich im Netz verhäddert. Das konnte nicht funktionieren. "Dann", meinte der Kapitän, müssten wir halt da bleiben." Ja, echt nett, aber was konnten wir denn dafür, das wir nicht an sowas denken, ist doch wohl selbst verständlich.

Tragen war die einzige Möglichkeit. Meinem Mann habe ich das allerdings nicht zugetraut, ich weiß, das er glaubte, dass wir das nicht schaffen können. Seine Unsicherheit hätte sich zu sehr auf Balu übertragen. Unsere einzigste Chance war, das ich unseren Champ auf den Arm nehme, nur wie könnte ich mich dann noch festhalten? Dann kam mir die Idee. Ich schulterte Balu und ging Popo rutschend von Stufe zu Stufe, mein Mann lief vor uns, um uns notfalls zu stützen. Mir zitterten beim runter Steigen die Beine, Balu ist ja kein Leichtgewicht und ich durfte bloß nicht, das Gleichgewicht verlieren. Balu war das Ganze auch ungeheuer und so krallte er sich mit seinen Prangen an mich. Die Spuren konnte man auch drei Wochen später noch sehen... Gott sei Dank schafften wir es und so konnte der Kutter mit uns die Heimfahrt antreten.

2011-08-25 16-45-53-img 0442Balu schlief schnell ein und mir zitterten noch immer die Beine und ein Schmerz machte sich in den Oberschenkeln breitMad.

Nun stand wirklich nur noch die Rückfahrt auf dem Programm und das war auch gut so. Es war ein so herrlicher Tag, wir hatten uns sogar einen Sonnenbrand geholt und auch die Rückfahrt war noch einmal sehr schön, aber der Teil mit der Treppe war schon echt nicht ohne. Kurz bevor wir wieder in Neuharlingersiel einliefen, fiel uns ein, dass wir wohl dort beim Aussteigen wieder die selben Probleme haben würden.

Also wieder mit einer Leiter, nur diesmal steil nach obenConfused. Wir ließen erstmal die ganzen anderen Leute aussteigen und ich sammelte meine Kräfte. Nachdem ich Balu wieder auf den Arm genommen hatte, stiegen wir langsam nach oben. das war auf jeden Fall einfacher, aber immer noch anstrengend. Cash lief wieder hinter uns und stützte mich ab. Boa, war ich froh, als wir oben ankamen und auch Balu war jetzt doch wieder froh, festen Boden unter den Pfoten zu haben.

Nach dieser Anstrengung, die ich deutlich in den Waden und Oberschenkeln merkte, schlossen wir den Tag mit ein bißchen shoppen in Neuarlingersiel und danach mit einem Bummel an der Promenade von Carolinensiel einem leckeren Abendessen in einer Pizzeria. Balu war mal wieder, wie fast im ganzen Urlaub, vorbildlich und sehr unauffällig.

Von der Pizzeria muss ich aber auch noch was erzählen. Auch hier hatte Balu es mal wieder vorgezogen, sich prominent in den Weg zu legen. Die Kellner wollten aber auch nicht, dass wir ihn ranholen und so stiefelten sie immer über Balu. Plötzlich sprach uns ein älterer Herr vom Nebentisch an und fragte, ob er unseren Hund einmal streicheln durfte. Wir hatten nichts dagegen, waren aber auch nicht sicher, ob Balu Lust hatte. Der Mann näherte sich Balu langsam und Balu hob seinen Kopf kurz und schnüffelte an der Hand, danach lag er sofort wieder flach und lies den Herrn machen. Der Mann schien überglücklich und bedankte sich gleich zweimal dafür. So hat Balu also auch im Urlaub noch eine gute Tat vollbracht innocent .

   
© Thomas Schmidt