Besucherzähler  

Heute7
Gestern16
Woche124
Monat334
Insgesamt133959

Aktuell sind 96 Gäste und keine Mitglieder online

   

Sommer 2007

Teddy hechelt sehr viel, schläft viel und ist irgendwie nicht mehr so fit. Da es Sommer ist schieben wir das Hecheln auf die sommerlichen Temperaturen und den Rest auf sein Alter. Teddy ist ja schon fast 13 Jahre

Ende August.2007

Das Hecheln wird nicht weniger, obwohl es mittlerweile nicht mehr ganz so warm ist. Abends im Schlafzimmer ist Teddy öfter unruhig und braucht relativ lange um einzuschlafen. Wir beschließen zum Arzt zu gehen.

30.08.2007

 Bei Teddy wird Borreliose im letzen Stadium festgestellt

4. Quartal 2007

Er bekommt starke Antibiotika. Die Tabletten helfen nur wenig. Teddy hechelt immer noch. Beim Fernsehen abends versteht man oft nicht mehr viel. Teddys Gehör hat leider auch stark nachgelassen. 

1. Quartal 2008

Teddy wird langsamer und braucht mehr Pausen. Man merkt ihm das Alter, aber vor allem die Krankheit deutlich an.

Mai 2008

Es gibt Tage, da ist Teddy verdammt gut drauf, an anderen Tagen geht es ihm nicht so gut. Er schläft mittlerweile sehr viel und teilweise so fest, dass er gar nicht mehr mitbekommt, das wir von der Arbeit nach Hause kommen. Wenn wir ihn dann streicheln und er dadurch wach wird, freut er sich. Aber ich glaubten, er war auch leicht verunsichert, weil wir quasi aus dem Nichts auftauchten und er es einfach nicht mehr mitbekommen hat. Dass Gassi Gehen fällt Teddy zunehmend schwerer, aber seine normale Runde schafft er noch. Wir unternehmen jetzt noch mehr als üblich mit Teddy. Fahren öfter zum Diemelsee, weil er gerne durchs Wasser läuft. Wir sind es unserem Hund schuldig, ihm die letzen Monate so angenehm wie möglich zu machen. Er war immer für uns da

Juni 2008

Meine Frau surft im Internet nach Hunderassen. Ich bin wenig begeistert. Unglaublich wie viele Hunderassen es gibt, die schon zu uns passen würden. Ganz oben auf der Liste mit passenden Hunderassen für uns ist der Elo. Der Eurasier war da noch nicht auf der Liste.

Wir wissen beide, dass der letzte Tag für Teddy irgendwann und leider in nicht all zu weiter Zukunft kommen wird. Es macht uns sehr traurig. Nach Teddy wollten wir eingentlich erstmal keinen "neuen" Hund mehr. Man kann Teddy auch durch keinen Hund der Welt ersetzen.

August 2008

Teddy geht es schlechter. Wenn er nicht stark hechelt, schläft er. Die Tage an denen es Teddy nicht gut geht, sind häufiger als die Tage an denen es ihm gut geht. An guten Tagen tobt Teddy noch mit uns wie ein junger Hund. Alter und Krankheit merkt man dann doch nur an der Spieldauer, die ist leider nicht sehr lang. Teddy knickt jetzt auch öfter ohne erkennbaren Grund ein. Da er sich nicht mehr so schnell fangen kann, fällt er schonmal leicht auf die Nase.


Es sieht teilweise witzig aus, aber wir beide wissen, dass es das absolut nicht ist. Wir unterhalten uns stundenlang, ob es jetzt Zeit ist Teddy gehen zu lassen. Meistens endet das im Weinen. Mehr als 1 km Gassi gehen, ist für Teddy nicht mehr möglich. Die Spaziergänger gucken immer sehr mitleidig zu Teddy. Wir vermuten, dass die denken, wir würden unseren Hund beim Gassy gehen quälen, weil er so viel hechelt, die wissen ja nicht, dass das für Teddy durch die Borriliose normal ist). Viele denken er hätte Asthma oder Herzkrank. Teddy lässt sich nicht mehr so gerne ins Auto heben, da er anscheinend Schmerzen hat.

27.08.08

Wir fahren zum Arzt, um uns Rat zu holen. Wir wollen wissen, ob es jetzt bereits eine Quälerei für Teddy ist, weil wir es nicht beenden.

Wir fragen uns, ob wir Teddy nicht einschläfern lassen, weil er uns es nicht zeigt oder weil es uns so schwer fällt los zu lassen.

Leider hilft uns die Ärztin nicht viel weiter. Sie bestätigt die starken Rückenschmerzen aber das Herz ist noch stark. Als sie sieht wie Teddy im Behandlungszimmer mal wieder wegknickt, würde sie ihn vermutlich schon einschläfern, wenn wir es wollten. Damit habe ich eigentlich nicht gerechnet und ich bin wirklich fertig. Sie rät uns, wir sollen es noch mal mit Schmerztabletten versuchen in der Hoffnung, dass die Schmerzen erträglich sind und die Entzündungen, die den Schmerz im Rücken verursacht auch.

September 2008

Mit Tabletten ist Teddy wieder vitaler.

Aber fit ist anders. Teddy geht jetzt auch nicht mehr all zu tief ins Wasser. Sobald sein Schwanz nass wird, schafft er es nicht mehr ,sich auf den Hinterpfoten zu halten und sackt nach unten durch das Gewicht des Schwanzes. Die Muskeln haben sehr deutlich abgenommen. Kein Wunder da die Spaziergänge nur noch sehr kurz sind und Teddy die andere Zeit nur rumliegt.

Mitte September 2008

Die Tabletten sind zu Ende. Es geht Teddy besser als im August aber gut ist was anderes. Wir sind sehr unsicher, ob nun die Zeit gekommen ist. Überall liest man, dass man es spürt und der Hund es einem zeigt, wenn er nicht mehr will. Teddy zeigt uns, dass er uns liebt. Sofern er wach ist kommt er angelaufen, wenn wir nach Hause kommen. Wenn es um Futter geht ist Teddy immer noch sehr schnell und flink. Teddy tobt auch abends noch kurz im Garten mit uns.

Wir sind der Meinung, das es noch nicht Zeit ist. Die Spaziergänger die uns entgegen kommen, könnten vermutlich anderer Meinung sein.

Ende September 2008

Auf den Laminat kommt Teddy ohne Hilfe gar nicht mehr hoch. Auf Fliesen geht es auch nur sehr schwer und mit größter Anstrengung. Auf Teppich und draußen ist es akzeptabel. Teddy gibt uns kein Zeichen, aber es geht ihm wieder sehr schlecht. Wenn es nach Teddy geht, muss man auch gar nicht mehr Gassi gehen, aber wir bestehen darauf und Teddy folgt langsam. Die Rute steht immer seltener oben. Die Wege werden immer kürzer.


Wir haben uns entschieden: Sollte es Teddy nicht bis zum Wochenende besser gehen, müssen wir den Weg gehen. Aber ... pünktlich zum Wochenende geht es ihm wieder deutlich besser.

Anfang Oktober

Teddy geht es wieder schlechter. Wir entscheiden uns wieder, dass es an der Zeit ist, aber einen Tag bevor wir fahren wollen blüht Teddy wieder auf. In dem Zustand können wir unmöglich diesen Schritt machen.

Mitte Oktober

Teddy gibt uns leider keine Anzeichen. Nach wie vor denke ich, dass Teddy sich nicht besonders quält. Er frisst auch nach wie vor sehr gerne. Einen alten Mann schläfert man auch nicht ein, nur weil er nicht mehr lange spazieren gehen kann oder weil es hier und da mal weh tut.

Wir wünschten Teddy würde friedlich von alleine in seinen Körbchen für immer einschlafen. Das würde uns eine schwere Entscheidung abnehmen.

Treffen wir beim Gassi gehen einen anderen Hund, stürmt Teddy nach wie vor nach vorne und will zeigen, dass er immer noch der Chef ist. Ist der andere Hund außer Sicht, sackt er wieder zusammen und läuft hinter uns her. Abends ist er wie immer, er kommt zu uns und fordert seine Streicheleinheiten oder auch ein Leckerli ein.

Trotzdem treffen wir nun die Entscheidung, dass es soweit ist und es keinen Zweck mehr hat. Besser jetzt, als wenn er vielleicht in zwei Wochen gar nicht mehr laufen kann und ihm nur noch alles weh tut.

Es ist schon ein komisches Gefühl so einen Termin zu machen, aber es geht ja nicht anders...

20.10.08

Der Tag ist gekommen, wir fahren noch einmal im Wald und gehen zum letzen mal Gassi. Teddy weiß, was für ein Tag ist, er spürt, dass wir sehr traurig sind. Er will uns trösten, so wie er es immer getan hat, wenn wir es gebraucht haben. Er zittert als wir ihn nach dem Spaziergang wieder ins Auto heben, im Auto ist er relativ ruhig. Wir sind in einen separaten Behandlungszimmer mit Teddy alleine. Er leckt uns noch mal die Hände.

Dann kommt die erste Spritze. Davon soll er ruhig werden und schlafen, aber schlafen will er nicht. Er merkt, dass etwas nicht stimmt und das er müde wird. Er versucht immer wieder zu bellen aber es kommen einfach keine lauten Töne mehr, auch aufstehen kann er nicht mehr. Für uns scheint es, als ob Teddy einfach nicht gehen will (und das können wir nicht vergessen: Haben wir die richtige Entscheidung getroffen?)

Nun gibt es aber kein zurück mehr.

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor bis Teddy den Kampf mit der Müdigkeit verloren hat. Die endgültige Spritze war dann nicht mehr schlimm und es ging sehr schnell. Man merkte wie Teddy zusammensackte und es endgültig vorbei war.

Die erste Spritze war für mich das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe. Ich konnte nur noch weinen. Die zweite fand ich komischerweise nicht mehr schlimm, wahrscheinlich weil Teddy nun wirklich nur noch schlafend wirkte.

Teddys Körper war am Ende aber der Geist nicht. Nicht nur wir haben an Teddy gehangen, sondern er auch an uns. Vielleicht wollte er auch deshalb nicht einschlafen, weil er uns einfach nicht alleine lassen, wollte uns auf unseren weiteren Weg begleiten und beschützen so wie er es immer getan hat.

Ich werde Teddy nie vergessen. 

   
   
© Thomas Schmidt